Schlafbezogene Atmungsstörungen

Erholsamer Schlaf ist die Voraussetzung für ein gesundes Leben. Bei Störungen der Atemregulation oder des Muskeltonus der oberen Atemwege kann diese Erholungsfunktion gestört sein. Neben Tagesmüdigkeit mit vermehrter Unfallneigung kann es zu Herzrhythmusstörungen, arterieller Hypertonie, Hochdruck im Lungenkreislauf, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und psychiatrischen Erkrankungen kommen.

Das rechtzeitige Erkennen und Behandeln von schlafbezogenen Atmungsstörungen verhindert nicht nur Krankheiten, sondern steigert die Lebensqualität unmittelbar.

Die häufigste Form der nächtlichen Atmungsstörungen ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom, welches sich bei 3 – 7% der erwachsenen Männer und 2 – 5% der erwachsenen Frauen findet. Bei Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist das Risiko 2- bis 3-fach erhöht.

Hierbei kommt es während des Schlafens zu einem herabgesetzen Muskeltonus der Rachenmuskulatur, sodass es zunächst zum Schnarchen kommt und schließlich, durch den Kollaps der Weichteile des Rachens, zu Atempausen. Während dieser Atempausen ist keine Versorgung des Organismus mit Sauerstoff möglich.

Leide ich an Schlaf-Apnoe?

Wenn Sie drei oder mehr der folgenden Bedingungen erfüllen, besteht ein erhöhtes Risiko für das Schlaf-Apnoe-Syndrom, welches mit jeder weiteren Bedingung ansteigt.

  • Schnarchen Sie laut?
  • Leiden Sie tagsüber unter Erschöpfung, Müdigkeit oder Schläfrigkeit?
  • Hat jemand schon einmal nächtliche Atempausen bei Ihnen beobachtet?
  • Wachen Sie nachts mit Luftnot, Herzrasen oder verschwitzt auf?
  • Leiden Sie unter erhöhtem Blutdruck, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen?
  • Beträgt ihr Body-Mass-Index > 35 kg/qm (=Körpergewicht/Körpergröße2)?
  • Sind Sie älter als 50 Jahre?
  • Beträgt Ihre Kragenweite > 43 cm (Männer) oder > 41 cm (Frauen)?
  • Sind Sie männlich?

Wie wird das Schlaf-Apnoe-Syndrom diagnostiziert?

Nach der ärztlichen Anamnese und der körperlichen Untersuchung erfolgt die Ersteinschätzung über ein standardisiertes Vorgehen zur Erkennung von Begleiterkrankungen, Tagesmüdigkeit und weiteren Aspekten.

Wenn sich hierbei Hinweise für weitere Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Herzschwäche oder ein Lungenhochdruck ergeben, müssen diese weiter abgeklärt werden.

Anschießend erhalten Sie ein Messgerät zur Aufzeichnung verschiedener Parameter des Schlafes für zu Hause. Mit einem kleinen Messgerät und wenigen Sensoren können dabei folgende Parameter registriert werden: Atemfluss, Schnarchgeräusche, Sauerstoffsättigung des Blutes, Herzfrequenz, Körperlage, Weckreaktionen und die Bewegungen von Brustkorb und Bauch. In der Regel erfolgt die Auswertung unmittelbar nach der Abgabe am nächsten Morgen.

Therapie der obstruktiven Schlafapnoe

Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom. Bereits eine Gewichtsabnahme von 10 – 15 % führt zur Halbierung der nächtlichen Atempausen.

Um dieses Ziel zu erreichen, kommen neben diätetischen Maßnahmen und erhöhter körperlicher Aktivität auch operative Maßnahmen in Frage.

Spezielle Zahnschienen können bei eher schlanken Patienten mit einem leicht- bis mittelgradigen Schlaf-Apnoe-Syndrom zum Einsatz kommen.

Die häufigste Behandlungsform für alle Schweregrade ist die nächtliche Überdruckbeatmung (z. B. CPAP). Hierbei wird über eine Nasenmaske ein leichter Überdruck im Rachen erzeugt. Dadurch wird verhindert, dass dieser während des Schlafens kollabiert, sodass kein Schnarchen mehr auftritt und das Atmen wieder ungehindert möglich ist. Die Lebensqualität durch den nun erholsamen Schlaf normalisiert sich unmittelbar nach Therapiebeginn.