Allergien der Atemwege

Die Atemwege sind aufgrund ihrer großen Oberfläche ein sehr häufiger Manifestationsort für Allergien. Die Lunge wird pro Tag mit etwa 10.000 Liter Luft beatmet, sodass in der Luft enthaltene Allergene in großer Zahl in die Atemwege vordringen.

Pollenkörner mit einer Größe von bis zu 100 µm können dabei noch am ehesten  in den oberen Atemwegen abgefangen werden. Milben- und Katzenallergene mit einer Größe von etwa 5 µm dringen tiefer in die unteren Atemwege vor.

Für Heuschnupfen und Asthma spielen die Inhalationsallergene die entscheidenste Rolle. Es handelt sich hierbei um Baum- und Gräserpollen, Milben, Schimmelpilze und Tierallergene.

Diagnostik

Die Basis der Diagnostik ist immer eine zielgerichtete Anamnese. Der Zeitpunkt der Symptome und die Korrelation zu den jeweiligen Umweltbedingungen sind von entscheidender Bedeutung. Mit der anschließenden körperlichen und apparativen Untersuchung kann festgestellt werden, welche Organe in welchem Umfang an der Erkrankung beteiligt sind.

Die Sensibilisierung auf ein bestimmtes Allergen kann dann im Hauttest überprüft werden. Hierzu wird eine kleine Menge des Allergens in die oberste Hautschicht eingebracht (Prick-Test). Insbesondere bei unklaren Fällen kann die Reaktion des Immunsystems auch im Blut getestet werden (in vitro).

Sofern es für die anschließende Therapie erforderlich ist, kann in einem letzten Schritt die Reaktion der betroffenen Schleimhaut auf das zuvor identifizierte Allergen getestet werden (Provokationstest).

Therapie

Sofern der Allergiekontakt nicht vermieden werden kann, ist bei körperlichen Symptomen eine medikamentöse Therapie erforderlich. Die medikamentöse Therapie kann dabei zum Beispiel mit Antihistaminika, Steroiden, Leukotrienantagonisten oder Biologika erfolgen.

Mit der Allergie-Immuntherapie gibt es die Möglichkeit, das Immunsystem neu zu konditionieren, sodass bei vorbestehender Allergie hierdurch eine Toleranz und somit Heilung der Allergie herbeigeführt werden kann. Das betreffende Allergen wird hierbei unter die Haut gespritzt (SCIT – Subkutane Immuntherapie) oder unter die Zunge auf die Mundschleimhaut aufgetragen (SLIT – Sublinguale Immuntherapie). Diese Therapie wird in der Regel über drei Jahre durchgeführt.